Axel Hellmann mit Medien-Schelte

Vorstand Axel Hellmann hat bei der Mitgliederversammlung verschiedene Medien direkt ins Visier seiner Kritik genommen. „Wir müssen Leute dransetzen, um zu dementieren, dass Ibrahimovic zu Eintracht Frankfurt geht“, sagte Hellmann am Sonntag vor rund 600 Mitgliedern zu den zahlreichen Gerüchten, die es vor allem in den Transferperioden gebe.

Der 48-Jährig nannte mehrere Beispiele von misslungenem Journalismus und mahnte an, mehr bei der Wahrheit und den Fakten zu bleiben. „Diese neue Kultur, auf Klickreichweite zu gehen ist nicht das, was wir wollen“, monierte Hellmann. Mit dem „Erfinden von Meldungen“ wolle man künftig anders umgehen, sagte Hellmann. Wie der Klub das zukünftig handhaben wolle, sagte er nicht. Ihm gehe es dabei nicht um kritische Berichterstattung. Ein „scheiß Spiel“ solle auch weiter als solches tituliert werden dürfen.

Zudem positionierte sich der Klub bei der Versammlung einmal mehr klar gegen rechts und hat seinem früheren Präsident Rudolf Gramlich wegen dessen Nazi-Vergangenheit posthum den Titel als Ehrenpräsident aberkannt. „Ein Ehrenpräsident muss, egal, was er sportlich Positives erreicht hat, auch moralisch und ethisch ein Vorbild sein“, begründete Präsident Peter Fischer den gemeinsamen Entschluss von Ehrenrat und Präsidium. Der 63-Jährige erntete lautstarken Applaus.

Gramlich war von 1955 bis 1970 Eintracht-Präsident, in seine Amtszeit fiel die einzige deutsche Meisterschaft des Vereins im Jahr 1959. Die Hessen haben den Fall und Gramlichs Vergangenheit in den vergangenen Jahren mit einem unabhängigen Institut aufgearbeitet und untersucht. *Es habe sich gezeigt: Gramlich habe als Privat- und Geschäftsmann von der Herrschaft der Nationalsozialisten profitiert. *Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Präsident Fritz Keller wollen sich Gramlichs Wirken in dieser Zeit nun genauer ansehen.

Vor allem der jetzige Präsident Fischer positioniert sich immer wieder deutlich gegen rechts. So auch bei der Mitgliederversammlung 2018, als er gesagt hatte: „Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei (AfD) wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt.“ Auf dem Vereinsgelände am Riederwald warb die Eintracht an diesem Sonntag mit dem Slogan „Platz für Vielfalt“ sowie Fahnen von 14 verschiedenen Ländern, von denen derzeit Profis bei der Eintracht aktiv sind. Pro Toleranz hatte sich Fischer auch im Umgang mit Welt- und Europameister Andreas Möller ausgesprochen.

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