Durchschnaufen vor dem Mannschaftstraining

Erst am Mittwoch wird bei der Frankfurter Eintracht wieder auf dem Platz trainiert. In der Hoffnung, nach einer Entscheidung der Politik dann auch wieder in Mannschaftsstärke üben zu dürfen und dem wahren Fußballspiel ein bisschen näher zu kommen. Bis dahin hatte Trainer Adi Hütter seinen Spieler nach einem freien Wochenende noch zwei Tage „Homeoffice“ verordnet, also Home-Training im Sinne des Wortes, vor allem auf dem Hometrainer, dem Ergometer. Der Frankfurter Coach versucht die Spieler auch mit dieser Abwechslung vom wenig abwechslungsreichen Alltag bei Laune zu halten. Da ist nicht in erster Linie der Fußball-Lehrer gefragt, sondern eher der Psychologe. Hütter wird in dieser Sparte beraten von seinem österreichischen Freund Dr. Jörg Zeyringer, mit dem er auch schon zwei Bücher auf den Markt gebracht hat. Im vergangenen Herbst war das Werk „Teamgeist – Wie man ein Meisterteam entwickelt“ in die Buchläden gekommen. Nun geht es bei der Eintracht sicher nicht darum, eine Meistermannschaft zu formen, aber erfolgreich will Hütter auf jeden Fall sein.

Dass dabei sogar die Corona-Krise ein wenig helfen kann, macht Zeyringer, der als einer der renommiertesten Mentalcoaches Österreichs gilt, deutlich. „Wir stehen im Austausch“, sagt Zeyringer, „aber den Schlüssel, aus den derzeitigen Möglichkeiten die Vorteile zu ziehen, hat Adi selbst gefunden.“ Es sei vor allem die Ruhe des 50 Jahre alten Trainers, die in dieser Phase weiterhelfen würde. „Adi versteht es, die Situation anzunehmen und Ruhe zu bewahren – die Tür ist zu, die Fenster gehen auf“, sei das Motto Hütters. Mehr Einzelgespräche und Verstärkung der Konditionsarbeit seien Punkte, um die Mannschaft trotz der Einschränkungen voranzubringen. Hütters Stärke sei, so sein Berater, „dass er weiß, worin seine Kompetenzen liegen.“ Der Trainer könne zwar nicht beeinflussen, ob die Saison weitergeht oder nicht, aber er könne dafür sorgen, dass sich seine Spieler dann körperlich und mental im bestmöglichen Zustand befinden.“

Den Auftakt zur Trainingswoche hat Hütter dem politischen Fahrplan angepasst. Am Mittwoch, dem ersten Tag nach dem Luft holen im privaten Bereich, wird die Mannschaft traditionsgemäß mit einem lockeren Aufgalopp starten. Dabei soll weiter in Kleingruppen trainiert werden, was für diesen Zweck nach Meinung des Trainerteams ausreichend ist. Am Donnerstag soll dann idealerweise das so herbeigesehnte Mannschaftstraining beginnen. Dann wird nur noch der Ball und speziell Spielformen in großen Gruppen auf dem Trainingsplan stehen. Elf gegen Elf wird das bevorzugte Stilmittel sein. Aktuell kann Hütter aus den Vollen schöpfen, es gibt keine verletzten Spieler. Zudem wurden alle Spieler und das gesamte Betreuerteam negativ auf Corona getestet.

Ziemlich sauer sind sie bei der Eintracht über ein Video vom Berliner Profi Salomon Kalou, das am Montag im Netzt aufgetaucht war. Der Hertha-Stürmer hatte dabei so gut wie alle vorgeschriebenen Hygiene-Regeln außer Acht gelassen. Bei der Eintracht sei ein solches Verhalten „komplett ausgeschlossen“, hieß es am Montag aus der Medienabteilung, „so etwas gibt es bei uns nicht.“ 

OP-Online